| |
Der Linienalgorithmus
Der Plotter ist ein Zeichengerät, bei dem die Stiftbewegung durch
Schrittmotoren gesteuert wird. Dadurch kann der Stift keine beliebig kurzen Strecken
zurücklegen, sondern in X- und Y-Richtung nur ganzzahlige Vielfache der
Schrittweite von z.B. 1/100 Zoll. Er kann Linieninkremente in X-, in Y-Richtung sowie
im Winkel von 45 Grad zeichnen. Alle Linien müssen aus diesen Linienelementen
zusammengesetzt werden. Die darzustellenden Linien sind durch Anfangs- und
Endpunkt (Stiftposition und Zielkoordinaten) festgelegt. Sie sind unabhängig vom
Punktraster des Plotters. Zum Plotten von Linien muss also versucht werden, die
jeweils am nächsten an der Ideallinie gelegenen Rasterpunkte aufzufinden.
Der Bresenham-Algorithmus (Lit.) ist solch ein Verfahren, mit dessen Hilfe die
Ideallinie zwischen zwei Punkten durch eine für den Plotter darstellbare
Treppenkurve angenähert wird. Der Startpunkt wird mit X = 0;Y = 0 bestimmt, sodass
mit:
dx = (X - Zielkoordinate) (X - Stiftposition)
und
dy = (Y - Zielkoordinate) (Y - Stiftposition)
der Endpunkt mit X = dx;Y = dy festliegt. Damit erhält jede Linie zur Berechnung ein
eigenes Koordinatensystem, dessen Ursprung in der Stiftposition (= Anfangspunkt
der Linie) liegt.
Es ist von der momentanen Stiftposition P(Xi,Yi) der folgende, der Ideallinie am
nächsten liegende Punkt zu bestimmen. Von den beiden möglichen Punkten
T(Xi+1,Yi+1) und S(Xi+1,Yi) werden die Abstände t und s zur Ideallinie berechnet und
voneinander subtrahiert. Dabei ist das Vorzeichen der Differenz (s-t) das Kriterium
dafür, welcher der Punkte T oder S angesteuert wird.
Xi und Yi geben die momentane Entfernung des Stiftes vom Startpunkt der
Linie in Plotterschritten an.
Seite 2 von 9
|  |
|
| |
|
|